Mittwoch, 17. Januar 2018

12 von 12 l im Januar 2018

Der absolute Wahnsinn! Jahr um. Weiterildung vorbei. Der Wichtel lernt sprechen. Der Zwerg hat oben keine Schneidezähne mehr. Mir persönlich geht das ja alles etwas sehr schnell. Nun ja.
Der 12. Januar fällt auf einen Freitag. Das find ich gut. Der Freitag ist picke-packe-voll mit erfreulichen Terminen. Auch toll. Entsprechend gut gelaunt starte ich in den Tag. Im dunklen Wohnzimmer leuchtet die Hochzeitsdeko. 

Es ist sowas von kein Fotolicht. Deshalb bleibt der erste Kaffee und all das Gekuschel das hier morgens so dazu gehört unbebildert. Gegen viertel nach neun ist das Licht zumindest dirket am offenen Fenster so ok, dass ich ein Bild von den Zitronenmuffins machen kann, die ich für die Kita-Sause am Nachmittag gemacht habe. Das Fähnchen ist eine Info für die Eltern des Allerigerkinds aus unserer Gruppe - Milch und Nüsse - nicht witzig!

Die Muffins für die Kita sind mini. Meiner zum Frühstück ist regular size. Viel besser!

Dann mache ich mich auf den Weg in die Kita, werfe den Wichtel und die Muffins ab und fahre nach Weissensee. Dort hat unsere Dozentin zum Abschieds-Treffen bei ihr zu hause geladen. Sehr sehr nette Geste! Es ist kurz nach zehn und ich gucke etwas müde unter meiner Mütze hervor.

Da ich nicht die einizge bin, die nach 4 Monaten leicht lädiert ist, werden wir erst mal mit einem sehr sehr leckeren Obst-Gemüsesaft gedopt (was mich daran erinnert, dass ich auch glückliche Besitzerin eines Entsafters bin).

Wir gehen gemeinsam einnkaufen. Dann wird gekocht. Die Nahrungsmittelunverträglichkeiten in unserem Kurs sind mannigfaltig. War ein klitzekleinwenig kompliziert etwas zu finden, was alle essen dürfen/können/wollen... denn Anforderung war: ohne Gluten, ohne Milchprodukte, ohne Jod (Sojasauce, Fisch, Algen), ohne Fleisch, ohne Ei, ohne Paprika, ohne Sellerie und zur Abrundeung des Ganzen: ohne Leitungswasser (ja, wirklich!) Es grenzt an ein Wunder, dass wir uns auf ein Gemüse-Curry einigen konnten - in dem dann Tomaten drin waren, was eigentlich auch auf die böse Liste gehört - aber übersehen wurde... nun ja.

Außerdem Fenchelsalat mit Orange - ich liebe das!

Gegen halb 3 muss ich los - ohne das Curry mitgegessen zu haben - sonst komme ich zu spät zur Kita-Party! Ich bin ein wenig geknickt. Weniger wegen des Currys. Mehr wegen dem Abschied.

In der Kita ist richtig was los. Das ein oder andere Kind findet das anstrenend. Mein Wichtel ist in seinem Element. Kuchen. Mama. Party. Ich bin mindestens genau so glücklich wie ich da aussehe - da isses auch egal, dass meine Nase ein klötzeklein wenig Puder vertragen könnte.

Der Zwerg hat auch Spaß. Ein ehemaliger Kita-Kumpel ist auch da, weil seine kleine Schwester und der Wichtel in einer Gruppe gelandet sind. Langsam leert es sich. Der Wichtel kann sich nur schwer von der Kugelban trennen. Kugeln. Bälle. Ganz große Liebe!

Auf dem Heimweg - mit meinen tollen Jungs. Ich lieb die.

Zuhause gibt es Nudeln für alle und für mich einen Schüssel von dem Curry. Unserer Dozentin war es arg, dass ich mitgekocht, aber nicht mitgegessen habe - so süß! Dann das übliche Programm. 

Ein schöner Tag! Den schicke ich gern rüber zur Caro. Nebs Dank. Auch an Euch. Für`s Vorbeischauen.

Alles Liebe
Anna

Dienstag, 12. Dezember 2017

12 von 12 l im Dezember 2017

Ich habe keine wirkliche Idee, weshalb, aber gerade gelingt es mir relativ häufig wirklich im Moment zu sein. Ich tanze auf relativ vielen Hochzeiten - alle sind relativ überschaubar, was die Gästeanzahl betrifft - aber sie sind sehr unterschiedlich und wie gesagt viele. Ich freue mich gerade wirklich sehr, dass ich meine Ausbildung, Kita- und Schultermine, meine Kinder und Weihnachtsvorbereitungen so unter einen Hut bekomme, dass ganz manchmal sogar ein wenig Zeit für meinen Mann und ab und an sogar etwas Zeit für mich übrig bleibt. (Über den Zustand unseres Haushalts und die Anzahl und Größe der Wollmausfamilien unter diversen Möbelstücken lege ich an dieser Stelle den Mantel des Schweigens.) Und am tollsten finde ich, dass es mir oft gelingt, dem, was mir begegnet, Aufmerksamkeit zu schenken und mich, soweit es erfreulich ist, daran zu erfreuen.
Das alles gelingt mir leider nur, weil ich den Kontakt zu meinen Freunden nahezu auf null reduziert habe und meinen kleinen Blog hier abgesehen von einem Tag im Monat schmählich vernachlässige. Das fällt mir nicht leicht. Er fehlt mir. Aber wenn das der Preis ist, den ich zahlen muss, um die Vorweihnachtszeit zu erleben, glückliche und entspannte Momente zu haben mit meinen Liebsten, dann ist das so. Und dann ist das auch gut so.
Soviel zum Wort zum Sonntag... Es folgt: Dienstag der 12.12.2017:
Der Wecker klingelt und ich fühle mich aufsteh-bereit. Das ist im direkten Vergleich zum Montag schon ein enormer Schritt in die richtige Richtung. Verrückt, wie viel besser ich mich mit 7,5 statt 4,5 Stunden Schlaf fühle.
Erstmal zwei Schluck Kaffee auf dem Hocker neben der Heizung am winterlichen Küchenfenster im Schummerlicht. Dann muss ich aber wirklich in die Gänge kommen.

Der Zwerg ist wach und plündert, wie jeden Morgen, zuerst den Adventskalender (ein aufgeteiltes Lego-Set). Ich überlege mal wieder, ob ich das nicht als ganzjähriges Modell einführen sollte - er kommt so viel besser aus dem Bett...

Wenig später wird der Wichtel wach. Großes Gekuschel und Stillen - dann ebenfalls Adventskalender plündern. Anziehen, schminken, ect. Kaum ist der Große aus dem Haus will der Kleine noch mal kuscheln und stillen. Diese Momente (verpixelt oder nicht) sind die besten am Tag!

Kurz nach 9 - heute ist Projekttag - das Pensum ausgesprochen überschaubar - die Anzahl der bisher erschienenen Kollegen ebenfalls. Ich trinke erst mal einen Becher Tee, esse ein Hasenbrötchen vom Biobäcker und sinniere (mal wieder) was die Zeichen auf dem Nachbarhaus wohl bedeuten mögen. Schwarmintelligenz?! HILFE! Meine Lerngruppe und ich werden schön langsam bekloppt im Kopf - weil wir es nicht sinnbringend entziffern können!

Dann setze ich mich mit dem heutiegn Thema auseinander: die Rechte und Pflichten des Mediator laut Mediationsgesetz. Es könnte kaum trockener sein... glücklicher Weise arbeiten wir im Team. Austausch hilft über Gesetzestext hinweg.

Besonders komplex war das jetzt nicht. Gegen 12 bin ich fertig. Ich gehe Mittagessen mit einer netten Kollegin. Sehr sehr wirklich guter Laden: Falafel Aladdin in der Stargarder Straße! Super Falafel. Leckeres Schawarma. Mega nette Menschen! Leider hab ich vergessen die Zwiebeln abzubestellen... aber nächstes mal bestimmt... hoffentlich!

Nächster Stopp: der Laden neben diesem wunderhübschen Graffiti 

Genau! der neben dieser hübschen Wand

Exakt! der mit der tollen Auswahl! (Ach egal, ihr zwei habt es eh längst erraten! An dieser Stelle liebste Grüße in den hohen Norden!): Boessner.

Auf dem Heimweg noch ein Abstecher zu Moby Dick. Eigentlich wollte ich ja eins der Bücher besorgen oder wenigstens bestellen, die die liebe BerlinMitteMom so angepriesen hat... aber nix da! Vergriffen! Statt dessen verlieb ich mich in dieses wunder-wunder-schöne Bilderbuch. Zauberhaft!
Dazu Kaffee. Perfekt!

Dann investiere ich kurz etwas Zeit in mich und betreibe 15 Minuten lang Augenpflege aka Ratzefisch und Freunde aka Powernap.

Pünklich um 16:00 Uhr sitze ich mit acht weiteren Elternsprechern in der Wichtel-Kita und versuche verzweifelt nicht zu traurig zu werden, weil es die letzte Sitzung ist, zu der die bisherige Leiterin der Kita und deren Stellvertretung eingeladen haben. Ab 2.1. nächsten Jahres sind beide Positionen neu besetzt - von Extern - und der 28-jährige (!) neue Leiter (klaro, ein Mann) muss in verflixt große Fussstapfen treten. Ich hoffe, er wird diesem großartigen Haus gerecht! 

Zu hause fliegt mir der Wichtel in die Arme. Großes Kuscheln! Dann mache ich Pizza. Derweil steckt der Wichtel die Minions-Sammelkarten des großen Bruders von oben durch die Rillen in die Heizung (Reminder an mich selbst: das muss ich beheben, bevor der Zwerg das merkt!!!) Randnotiz: Ich finde es einfach nur bemerkenswert und grossartig, mit welcher Ernsthaftigkeit Kleinkinder so etwas tun - als wäre es das Allerlogischste der Welt und dringend notwendig. 
Der Liebste holt den Zwerg von einem Freund ab. Wir essen. Die Kinder werden gekuschelt, geküsst und ins Traumland verabschiedet. Und ich trinke jetzt noch eine Tasse Glühwein mit meinem Mann. Und dann gute Nacht!

Schön das Du hier bist! Danke, dass Du Dir Zeit genommen hast, hier vorbei zu schauen.
Alles Liebe

Anna

Dienstag, 28. November 2017

12 von 12 l im November 2017

Ist ja schon fast nicht mehr wahr, so lang ist das schon her. Der 12. November. Nichts desto trotz kann ich diesen Tag nicht einfach unbeschrieben lassen. Das geht nicht. Das täte mir weh. Dann wäre die Serie, die ich im Juli 2013 begonnen habe, unterbrochen. 
Und deshalb bekommt ihr hier, reichlich verspätet, meine 12 von 12 zu sehen. Und zwar aus Potsdam. Da besuchen wir nämlich ab und an Freunde - und bleiben gern auch über Nacht. Manchmal essen wir Martinsgans und trinken Sekt.
Am nächsten morgen ist es dann etwas kompliziert, Kaffee zu finden und zu kochen - in einer fremden Küche...

Ich bin schwer verliebt in den Boden im Eingangsbereich!

Die Großen werden von Startschwierigkeiten geplagt, jedoch das Jungvolk:

Vom Kleinen ganz zu schweigen.

Fremdes Spielzeug. So spannend.

Es gibt dekadentes Frühstück. Ist ja nicht so, als hätten wir am Vorabend ne Gans verdrückt.

Badezimmer-Spiegel-Selfie. An wunderschön-grüner Wand.

Ich bin ganz verzaubert von den wunderschönen Bildern in den Kinderbuch von Eric Carle.

Der Wichtel findet das Parkhaus leider spannender. Dabei will ich doch kuscheln.

Dann ist es plötzlich schon ganz schön spät und dunkel. Keine Ahnung wo die Zeit hin ist. Wir gehen Richtung Strassenbahn.

Ein Rucksack wurde zurückgelassen! Der Mann geht zurück. Wir drücken uns die Nasen an interessant beleuchteten Kellerfenstern platt.

S-Bahn-Fahrt nach Hause. Das dürfte jetzt gern schneller gehen. Alle müde.

Schön vertrödelter Tag mit lieben Menschen. Gern wieder.

Das mit dem Verlinken wird natürlich mit so ner Verspätung nix. Dennoch Lob und Ehre an Frau Kännchen, der Hüterin der 12 von 12.

Alles Liebe
Eure Anna

Sonntag, 15. Oktober 2017

9 von 12 l im Oktober 2017

Ok, jetzt mal ganz im Ernst. Das hier ist der erste 12., den ich am Liebsten undokumentiert gelassen hätte. Und es gab mal einen, da hatte ich Magen-Darm und es gab ganztägig nur Zwieback. Mich mit diesem Tag noch mal zu befassen, hat mich kaum Überwindung gekostet. Der letzte 12. hingegen... Aber sehr selbst.
Es beginnt alles ganz harmlos. Ich werde wach, es ist noch dunkel. Die Lichterkette im Küchenfenster macht kuschelig-gemütliches Licht. 

Es ist echt noch früh!

Ich mache die Kaffeemaschine an, starte den Wasserkocher und kümmere mich darum, dass alle, die den Tag außer Haus verbringen auch genug zu Trinken haben. Routine!

Der Zwerg wird wach, Kuscheln bei Schummerlicht.

Dann Morgenprogramm. Nichts Spannendes. Bis der Zwerg mich, während ich dusche, mit meinem eigenen Pantoffel bewirft. Ja, er war wütend! Vorpubertät oder so - laut der Nachbarin - und die ist immerhin Psychologin! Ich veratem meine Wut über nasse Pantoffeln und brüllendes Kind.
Der Mann bringt den Zwerg in die Schule. Der Wichtel pennt immer noch.

Irgendwann wird er doch wach. Kuschel-Muschel-Still-Frühstück im Bett. Sehr gemütlich und schmusig heute. Voll schön!
Dann ist der Mann zurück und ich plötzlich spät dran. Ich fahre etwas zu schnell zur Prenzlauer Allee. Da verbringe ich aktuell 5 Tage/Woche und lasse mich zur systemischen Beraterin und Mediatorin ausbilden. Ich komme pünktlich an! Es ist noch etwas grau am Himmel.

Die Ausbildung ist inhaltlich sehr spannend! Leider kommen wir aktuell nicht so richtig zu den Inhalten. Und mit nicht so richtig meine ich: so gut wie gar nicht. Entweder wir finden unseren Weg aus der Storming-Phase nicht raus oder wir haben einfach ne komplizierte Gruppendynamik - vielleicht liegt es auch am Mond, Wasseradern, einer ungünstigen Wetterfront? Was weiß denn ich! Jedenfalls gibt es gleich morgens wieder ein Drama. Das Drama weitet sich - wie immer bei uns - aus und wird so groß, dass an inhaltliches Arbeiten kaum zu denken ist. Ich finde es traurig, aufreibend, anstrengend, nervtötend und noch einiges mehr. Hilft aber nix. 
Der Himmel verspottet uns mit bestgelauntem blau.

Ich trotte resigniert die Treppe runter. Ohne den hängenden Kopf wäre mir die hübsche Struktur nicht aufgefallen. Zweck-Optimismus.

Vor der Tür des Instituts stehen 5 sehr verwirrte, traurige, wütende Frauen im Kreis. Dann gehen alle ihrer Wege. Ich nach Hause. Zumindest körperlich. Abgesehen von den 90 Minuten, die ich schlafe, weil ich beim Wichtel in Bett bringen wegpenne, grüble ich sechs Stunden lang über dem Warum? und dem Wie? und meiner Position in und zu dem Ganzen.

Um kurz nach zwölf hab ich dann halbwegs fertig-gegrübelt. Und da ist schon Freitag der 13. - und ja, es ging ähnlich doof weiter...
Der einzige Lichtblick, den ich in dieser Situation aktuell sehen kann, ist, dass ich mir zum Ziel gesetzt habe, Abgrenzung zu lernen. Wenn mir das in dieser Gruppe nicht gelingt, wird das in diesem Leben nichts mehr! Aber zumindest das sollte klappen!

Weil`s grad so viel und so anstrendend ist, werd ich mich hier ein wenig rar machen. Ich hab zwar noch 2-3 Sachen vorbereitet, aber ich will die nicht online stellen, wenn mein Kopf grad gar nicht frei ist.
Meine 12 von 12 verlinke ich mit doller Verspätung (wegen akuter Unlust, mich noch mal mit diesem Tag auseinander zu setzen) bei der lieben Geburtstags-Caro (wie gut, dass ihr Tag freundlicher aussah als meiner!)

Alles Liebe
Anna

Dienstag, 26. September 2017

Sechs I das Geburtstags-Shirt

Ich habe gerade einen einigermaßen dicken Kloß im Hals. Ich habe ein Shirt genäht mit einer 6 drauf. Na genau genommern mit "sechs" - aber es bleibt sich gleich. Der Zwerg ist schon wieder ein Jahr älter. Und dieses Jahr wünschte er sich einen Löwen auf dem Shirt. Aber einen lieben.
Nö ist klar, hab ich mir gedacht - wenn ich Tiere zeichne, dann sehen die immer lieb aus - ich fürchte nur, die sehen dann so lieb aus, dass mein Schulkind das auf einem Niveau uncool findet, für das ich kaum noch Wöter kenne.
Glücklicher Weise gibt es aber tolle Kinderbücher mit Zeichnungen von Menschen, die nicht wie ich den Stift nach den letzten Tag Kunst-LK für Jahrzehnte nur noch zum Einkaufszettel-Schreiben in die Hand genommen haben.
Und deshalb gibt es im Zwergen-Kleiderschrank nun dieses Löwen-Shirt:

Ich muss ja gestehen, dass ich es ziemlich super finde. Ich mag den Löwen schon im Buch sehr. Auf dem Shirt mit der sechs statt des Nashorns - lalala - ich mag es ja so sehr, wenn was so klappt, wie ich mir das einbilde.
Und ich liebe (!) es, ein Bild in Schichten zu zerlegen und diese Schichten dann nach und nach auf den Stoff zu bringen, Nähte zu setzen und zuzusehen, wie das Bild entsteht und sogar ein wenig dreidimensional wird.
Wobei ich mich jedes Mal, wenn das Tier auf dem Shirt ist und ich Augen nähen oder wie in diesem Fall von Hand sticken muss, frage, wo eigentlich die kleine Helfer-Elfe bleibt, die das rasch für mich erledigt, während ich mir einen Tee aufbrühe. Linkes Auge: 15 Minuten. Rechtes Auge: 30 Minuten und drei mal wieder Auftrennen. So! nervig!

Aber am Ende ist dann das Shirt fertig. Im besten Fall hat es kein oder nur ein winziges Loch vom Nähen und wieder Auftrennen und das Kind freut sich.
Hoffentlich! Am Donnerstag.

Das Buch ist übrigens dieses hier: CLICK und wer es haben möchte oder muss, bestellt es bitte nicht online sondern im Buchhandel - von wegen Einzelhandel stärken und so.
Shirt -> Creadienstag, HOT, Made4BOYS. Ich -> Schreibtisch: Lernen!Muss morgen einen Vortrag halten - hab ich in etwa 1000 Jahre nicht gemacht...

Bis dahin.
Alles Liebe
Anna

Sonntag, 17. September 2017

12 von 12 l im September 2017

Soll ja schon ab und an mal vorgekommen sein, dass ich meinen 12 von 12-Post am 13. des Monats veröffentlicht habe. Am 17. aber noch nie. Bis heute. Aus Gründen.
Grund Numero eins: ich habe Ende Juli meinen Rechner überschwemmt. Und noch keinen neuen. Was kein Problem ist - außer es kommt zusätzlich Grund Numero zwei dazu: der Liebste ist ab Montag bis Samstag in München zum Drehen. Und wenn dann noch Grund Numero drei: ich habe den schlimmsten 12. ever dazu kommt, dann passiert sowas eben. Dann will ich die Fotos nicht auf dem Handy umformatieren und dann auf dem Tablet den dazugehörigen Text tippen. Dann sitz ich das einfach aus. So ist das.
Jetzt aber:

Als ich bemerke, dass es sich um den 12. des Monats handelt ist es 8:30 Uhr und schiebe meinen Jüngsten gerade durch den Prenzlauer Berg. Bis heute war 8:30 eine relativ gute Zeit für eine Kalender-Erinnerung denn bislang war vor 8:30 nicht viel los im Hause tepetua. Seit dem 11.9. haben wir aber ein Schulkind im Haus und um 8:30 ist gefühlt der halbe Tag schon vorbei. Vor allem, weil der Zwerg zum dritten Mal in Folge vor Aufregung gegen 5:30 aufgewacht ist und als kleines Bonus Feature den Wichtel gleich auch noch wach gemacht hat. 
Mein Status ist zu diesem Zeitpunkt: ich bin hormonell beeinträchtig, übermüdet, leicht gehetzt vom Zwerg pünktlich zur Schule bringen, hungrig und ungeduscht. Laune: geht so.

Der Wichtel hat eine fies juckende Stelle am Arm. Die wurde zwar von der Kinderärztin bereits bewundert, aber es wird nicht besser. Immerhin hat der Wichtel im Watezimmer großen Spaß daran, auf das kleine Podest zu klettern und sich selbst zu feiern, weil er darauf laufen kann. 

Mit Salbennachschub im Gepäck geht es eilig zur Kita. Dann ab ins Einkaufscenter. Dort muss ich meine schlechte Laune erst mal mit Kaffee und Zimtbrötchen dämpfen. Das klappt ganz gut. Ich entscheide, dass ich meine Kräft für das Zeitfenster nach 15:30 schonen muss, wenn ich das Vergnügen haben, zwei müde Kinder zu bespaßen, zu füttern, in Schlafanzüge zu packen und zum Einschlafen zu überreden. Das hat gestern nur so mittelgut geklappt. Der Zwerg ist halt recht aufgedreht und war morgens schon recht pampig zu mir.
Ich beschließe, ihm sein aktuelles Lieblingsessen zu kredenzen. Das hat den Vorteil, dass ich es nicht selbst zubereiten muss: Schnitzel - das wird ohne 17 Liter Fett in der Pfanne nix. Und darauf hab ich keinen Bock. Glücklicher Weise hat ein Restaurant um die Ecke heute Schnitzeltag! Das trift sich gut. Als ich da ankomme, ist der Wirt noch im Aufbauen. Als Ex-Kellnerin warte ich bereitwillig und geduldig. Entschleunigung ist ja was Gutes!

Zu hause werfe ich einen Blick auf die Schnitzel und entscheide mich spontan, dass Pommes dazu eh viel besser sind. Ich esse die Bratkartoffeln zu mittag.

Dann freue ich mich über meinen albernen Deko-Fund.

Im Anschluss bereite ich noch schnell den Gurkensalat für`s Abendessen vor. Vorbereitung ist alles. Nur nichts dem Zufall überlassen. Die Kinder wittern Schwäche...

Dann lege ich mich in die Badewanne. Als Entschädigung dafür, dass das mit dem Duschen heute morgen nichts geworden ist.

Bevor ich gen Kita husche putze ich noch ein paar meiner Schuhe. Die hatten es bitter nötig! Dann hol ich meine Kröten ab. Die Babykröte will laufen. Das würde aber ewig dauern. Ich fahre sie auf dem Fahrrad. Sie schreit. Auf dem Rückweg darf sie laufen. Die Babykröte wirkt zufriedener. Der Schulzwerg mault: er will Schokolade. Er will einen Freund besuchen. Er will, will, will...

Ich will nach hause. Und ich spüre, dass der Zwerg im Hamsterrad feststeckt. Ich versuche ihm sanft zu erklären, dass ich nicht möchte, dass er heute noch mit dem Nachbarsjungen Aktion macht. Er flippt aus. Und er will Scho-ko-la-de! Ich besänftige. Ich erkläre mich - ganz kurz. Viele Worte machen kann ich grad auch nicht. Ich bin bepackt wie ein Muli!

Er brüllt. Wütet. Schreit. Schlägt. Ich bin leiser verzweifelt.

Ich stecke beide Kinder gegen halb sechs in die Badewanne. Eine kurze Verschnaufpause. Das Schulkind entspannt sich. 

Ich schöpfe Hoffnung, dass wir die Kurve gekriegt haben. 

Aber nur kurz. Zum Abendessen um kurz nach sechs ist er so wütend und agessiv wie ich ihn noch nie erlebt habe.
Ich bin müde. Ich bin hormonell beeinträchtigt. Ich breche in Tränen aus. Zum etwa fünften Mal an diesem Tag. Dann bringe ich den Kleinen ins Bett. Dann den Großen - der sich, nach der bislang heftigsten Ansage von mir als Mutter an ihn mein Kind, zusammen reißt.
Ich schlafe ein. Gegen zehn Uhr stehe ich auf und mache die Küche, mache die Wäsche, mache die Vesperdosen. Gegen zwölf falle ich ins Bett. Ein Tag zum Abgewöhnen!

Spoiler: Am Mittwoch war es wieder nix mit Duschen bevor ich das Haus verlassen habe... Seit Donnerstag ist es wieder friedlicher bei uns im Haus. Der Zwerg wird vom Wecker geweckt und steht nicht um 5 Uhr wach und aufgekratzt auf der Matte. Der Wichtel musste sich dann am Mittwoch den Raum nehmen, den er sich am Dienstag nicht nehmen konnte...
Es war ein sehr mieser Zeitpunkt für Drehtage! Aber ich bin stolz auf mich und meine Kinder. Wir haben das hinbekommen. Und wir sind daran gewachsen. 

Und im nächsten Monat ist ein neuer 12.. Bestimmt.

Alles Liebe
Anna